Homefront im Test – Der Multiplayer
Homefront sollte Call of Duty und gleichzeitig Battlefield die Krone stehlen. Zumindest wurde man dieses Gefühl nicht los, welches durch den ganzen Hype um Homefront erzeugt wurde. Wird Homefront im Multiplayer den Hoffnungen gerecht oder enttäuscht es auf ganzer Linie?
Eins vornweg, es enttäuscht nicht auf ganzer Linie. Aber an die Krone im Multiplayergenre kommt Homefront bei weitem auch nicht heran. Der Start lief überraschend stabil. Zwar klagten und klagen noch einige über Performanceprobleme, Probleme mit dem Serverbrowser usw, schaut man jedoch in die Foren weltweit, sind diese Stimmen nicht in der Überzahl. Im Gegensatz zur Konkurrenz hat Digital Extremes (Entwickler vom Multiplayer für Homefront) wohl etwas bessere Arbeit abgeliefert (vergleicht man die Spielstarts). Wir haben hier aber auch selbst oft genug Probleme erlebt. Vor allem admintechnisch ist es bisher eine Katastrophe. Tools gibt es nicht, RCON ist verdammt mühsam, da jeder Befehl von Hand eingetippt werden muss.
Im Prinzip gibt es nur zwei Spielmodi. Ground Control und Team Deathmatch. Beide Modi kann man mit oder ohne Battle Commander (Video zum Battle Commander ansehen) spielen. Auf diese Art und Weise kommt Homefront auf vier Spielmodi. Bleiben aber trotzdem zwei, da sie sich durch den Einsatz vom Battle Commander nicht grundlegend vom BC freien Pendant unterscheiden. Hier also herrscht schon mal Ernüchterung, vor allem im Hinblick auf CoD. Aber auch der Konkurrent von DICE, Bad Company 2, verfügt über mehr Spielmodi.
Mit max. 32 Spielern kann man 6 unterschiedliche Karten unsicher machen. Die Maps sind allesamt sehr schön gestaltet, hier kann sich die Konkurrenz ruhig das Eine oder Andere abschauen. Allerdings wird manch eine Map mit 32 Spielern dann doch schnell zu einem Schlachtfest, da nicht alle Karten die gleiche Größe haben. Insg. sind alle Karten zwar groß, aber weit von dem entfernt was zum Beispiel Battlefield 2 lieferte.
Gewinnt im Modus Ground Control ein Team die erste Runde, verschiebt sich die Kampflinie und drei weitere, nennen wir sie mal Flaggenpunkte, erscheinen, um die erneut gekämpft wird. Hat ein Team zwei Runden gewonnen, geht es als Sieger aus dem Rennen um die Punkte. Im Gegensatz zum Rushmodus von BC 2 kämpfen aber beide Teams um die Flaggenpunkte, somit kann die Kampflinie sich auch wieder in die andere Richtung verlagern. Hier wird also der Spieler nicht zwangsweise in eine offensive oder defensive Rolle gedrängt. Beide Teams greifen an und verteidigen zur gleichen Zeit. Sehr gut!
Homefront bietet, wie der Konkurrent aus Schweden, Fahrzeuge und Helikopter. Allerdings sind diese nicht ungleich übermächtig wie die virtuellen Gegenstücke in BC 2. Allein schon dadurch, dass die Umgebung nicht zerstörbar ist, hat man als Infantrist eine höhere Überlebenchance. Schade jedoch, dass bei vielen Karten der Platz dermaßen beschränkt ist, dass es keine wirklich epischen Fahrzeugschlachten gibt. Und hat ein Spieler genug Battle Points für einen Angriffshelikopter zusammen, kann er schnell das gegnerische Team dezimieren. Einzig die Drohnen erschienen uns wirklich sinnvoll während des Einsatzes, mit ihnen kann man nette “Spielereien” veranstalten und dem Gegner gehörig auf den virtuellen Sack gehen. Die Panzer hingegen sind viel zu schwach, wohl aus Balancinggründen, jedoch steht das Kosten-Nutzen-Verhältnis deutlich zu Ungusten des Erwerbs von Fahrzeugen.
Ein Multiplayerspiel steht und fällt mit den Waffen. Gerade Spiele, die fast nur Infantriekämpfe bieten, müssen hier den Spagat zwischen Balancing und Action wahren. Hier leistet sich Homefront aber diverse Schnitzer. Neben einem kaum merkbaren Rückstoß der Waffen, nervt vor allem der fehlende Bulletdrop. Das bedeutet, eine Kugel fliegt schnurgerade, so als ob es keine Erdanziehungskraft gäbe. Somit kann so ziemlich jede Waffe auf hunderte Meter zielgenau treffen. Und weil viele Spieler den Weg des geringsten Widerstands gehen, gibt es eine Menge Runden, in denen Teams fast nur aus Snipern zu bestehen scheinen.
Was KAOS/Digital Extremes hier bei Homefront abliefert, orientiert sich definitiv an CoD. Ob das aber gut oder schlecht ist, möge bitte jeder für sich selbst beantworten. Wir finden jedoch, dass hier ruhig ein wenig mehr “Skill” benötigt werden sollte. So artet Homefront oft in einem Camper- und Sniperfest aus, dem auch der Battle Commander nicht Herr werden kann. Dafür kann man allerdings jedoch seinen Soldaten sinnvoll mit Waffenerweiterungen bestücken oder den Einsatz von Drohnen oder besonderen Fähigkeiten planen. Jede Klasse kann einzeln bearbeitet werden. Hier ist den Entwicklern definitiv ein gutes Händchen zu bescheinigen, die Idividualisierungen müssen zwar vor Rundenbeginn festgelegt werden, aber man kann sich seine Klassen für verschiedene Situationen sehr gut konfigurieren.
Wenn ein Spiel “Flaggenpunkte” bietet, die erobert und verteidigt werden wollen, so geht man von der Annahme aus, man könne dort auch spawnen. Was Homefront jedoch mit dem Spawnsystem abliefert, spottet jeder Beschreibung. Einmal eingenommene Flaggenpunkte können zwar verteidigt werden, aber erst nach einem langen Marsch aus der “sicheren” Zone. Man kann nur am Rand der Kampfzone wieder ins Spiel einsteigen. Und nicht mal hier kann ich bestimmte Punkte anwählen, sondern es wird scheinbar per Zufall entschieden, wo ich herauskomme. Beispielsweise weiss ich, dass Punkt A angegriffen wird. Ich steige jedoch in der Nähe von Punkt C ein. Somit entstehen unnötige Laufwege.
Gut, es gibt ja Squads. Steig ich halt da ein. Erneute Fehlanzeige. Auch hier kann ich kein Squadmitglieg als Einstiegspunkt auswählen. Einzig ein Teamfahrzeug kann als Spawnpunkt dienen, gibt es mehrere davon im Einsatz, werde ich allerdings ebenfalls wohl per Zufall in irgendein Fahrzeug gesetzt.
Damit wird das ganze Squad- und Spawnsystem ad absurdum geführt. Auf kleinen Maps (CoD) mag dies funktionieren, jedoch auf größeren Maps – gerade in Verbindung mit Squads – funktioniert dies nur bedingt. Hier wird eine Menge Potential verschenkt.
Bin ich als Spieler ins feindliche Feuer geraten und habe noch rechtzeitig das Weite suchen können, heile ich mich von selbst. Auch hier gilt, manch einem gefällt es, manch einem nicht. Dadurch entfällt die Klasse des klassischen Medics. Leider gibt es aber auch keine Klasse, die als Munitionsversorger dient (auch wenn das häufig nicht notwendig ist, so oft wie man stirbt…). Zwar zieht die Hitbox nicht so dermaßen nach wie in BC 2, Deckung ist somit Deckung, aber perfekt ist sie auch nicht. Manch ein Gegenstand, welcher als Deckung dient, scheint ungleich größer zu sein als sichtbar eigentlich möglich wäre. Ebenfalls nervig, die Figur bleibt gern mal an Kleinigkeiten hängen und das Springen durch Fenster wird oftmals zur Geduldsprobe.
Und die Sounds? Tjo, auch hier könnte man sich eine große Scheibe von den beiden anvisierten Konkurrenten abschneiden. Irgendwie klingt Homefront wie aus der Dose. Von einer brachialen Soundgewalt eines BC 2 ist Homefront weit entfernt. Auch funktioniert die Ortung von Gegner nicht so wirklich gut, ebenfalls verbesserungswürdig ist die Ortung von Beschuss.
Grafisch wird Homefront zwar sehr gut in Szene gesetzt, aber von einem AAA-Titel kann man mehr erwarten. Vor allem weil der Ressourcenverbrauch so gar nicht mit dem Gezeigten zusammenpassen will. Lags hat man zwar nicht, und hier unterscheidet man sich dann doch positiv von den Konkurrenztiteln, aber man spürt schon, dass die Performance schwindet wenn 20 oder mehr Spieler auf einem Server sind.
Interessant fanden wir ebenfalls, dass es 6 spielbare Maps gibt, sich aber im Installationsverzeichnis von Homefront 10 Maps befinden. DLC ick hör dir trappsen? Man weiss es nicht. Wir hoffen aber, dass diese Maps als kostenloser “DLC” freigeschaltet und nicht für zig Euro über den virtuellen Ladentisch gehen werden.
Der MP von Homefront ist solide, zumindest CoDler werden sich sofort heimisch fühlen. Alle anderen Spieler, gerade welche, die aus der Ecke Battlefield kommen, können sich allerdings nur an den Kopf fassen ob der verschenkten Möglich- und Unstimmigkeiten. Alles in allem enttäuscht aber Homefront, zumindest im jetzigen Stadium. Man fragt sich, was zur Hölle die Tester beim Betatesten getrieben haben, ansonsten wäre das völlige Unbalancing der Waffen und das schwachsinnige Spawn- und Squadsystem so nicht in der finalen Version gelandet. Oder aber, wir befinden uns aktuell in der Betaphase des Spiels, wohlgemerkt eine teure Phase, und können in ein paar Wochen Neuerungen und Änderungen erwarten.
Falls es Neuerungen geben sollte, werden wir einen kurzen Nachtest liefern und das Ergebnis ggf. anpassen!
- Leveldesign
- Ground Control
- Battle Commander
- Waffenmodifikationen
- die Drohnen rocken
- relativ stabiler Multiplayer
- Fahrzeuge müdes Beiwerk
- Waffenbalancing
- kein Bulletdrop
- Campen wird belohnt, nicht “bestraft” wie angekündigt
- unlogisches Spawnsystem
- nutzloses Squadsystem
- arme Soundkulisse
- grafisch nicht auf der Höhe
| Wertung | |
|---|---|
| Gameplay | |
| Summarize why you chose this rating | |
| Sound | |
| Summarize why you chose this rating | |
| Grafik | |
| Summarize why you chose this rating | |
| Technik | |
| Summarize why you chose this rating | |
| Gesamtwertung | |
|---|---|
| Test | |




Ein klasse MP Test Anti
und dadurch geht nun meine Kaufenscheidung Richtung NOGO für Homefront.
Finde es schade das sie das Spawnsystem und die Erdanziehungskraft versaut haben.. was den Snipern wieder einmal eine wunderbare Spielwiese bietet..
Ich werde es mir auch nicht kaufen.

Danke Anti für den ausführlichen Bericht.
Bin überhaupt nicht Freund von unfertigen Spiele und vor allem wenn keine Langzeitmotivation entstehen kann.
Also 2 Monate und dann ists vergessen!
Jo thx für die Einblicke. Naja vieleicht hab ich mal Wochenende langeweile und geb dir mit einer Sniper nen tk-headshot und dann habe ich ja 24h Zeit mir dieses Game reinzusiehen. Lohnt sich der single player?
ViperHyper
Ah hatte den SP test nicht gesehen…schaut euch mal bei Amazon an was die Käufer so kotzen. Lasst blos die Hände von dem Game.
Der SP ansich ist gar nicht soooo schlecht, nur viel zu kurz. Die Story hätte viel, viel mehr hergegeben. Was KAOS daraus gemacht hat, spottet allerdings jeder Beschreibung.
So schlimm isses doch alles nicht wie so oft im Web zu lesen. Der Preis ist wohl eher das Problem…..
Mir gefällt der MP. Ich kann mich wieder bei Müdigkeit hinlegen
Laufen wie Forest Gump ist möglich – die untrainierten Soldiers sind History. Maps schauen sehr detailliert aus und wirken nicht klein und auch nicht riesig. Hitbox macht fun. Grafik & Sound sind auch okay. Viele Einstellungen in den Optionen vorhanden. Dedis. Fehlender bullet drop, was solls. Mehr oder gar alle begehbare Häuser wären geiler gewesen. Einen Tick mehr Umwelteffekte fehlen mir, so wirkts ein bissl zu steril. Und leider ist das ganze nicht sauber programmiert – habe frame drops – bei der nexten Aufrüstung sind die Probleme userseitig behoben – nur echt schade, das ein crysis2 bei mir besser läuft als homefront….mal gespannt sein auf mögliche Patches.
@ devs & producers: macht euch mehr Mühe! its all about gaming, not about money. Dont forget it! So far: Good game, good money. Bad game, ….
Sniper Problem gibts hier wie bei bc2 auch, da hilft nur server wechseln.
Fakt: Perfekt ist homefront net, doch bereitet mir das Game als Infanterist im Gegensatz zu mw2 und bc2 mehr FUN. Bessere hitbox (Mackel: bc2), freie Mapwahl (Mackel: mw2), coole Maps, gutes Spiel. Grafik ist net alles.
Größte Kritik geht an die Preispolitik von thq. Zu viel Kohle für den SP&MP Umfang. 7 Maps sind bissl wenig…..Für einen Preis von maximal 30 euros wäre das Spiel bei den Zockern bestimmt besser aufgenommen worden. Hoffentlich kommen sie demnext nicht mit Bezahl-DLC….das wäre die tödliche Kugel.
Grüßle, harry
ps: Und der Sp ist ein kurzes schlauchiges detail-verliebtes Abenteuer ohne die Hirnzellen großartig zu beanspruchen. An einem müden Nachmittag hatte ich FUN an dem SP.