Homefront im Test – Der Singleplayer
Homefront – Tja, was haben wir drauf gewartet. Geworben wurde mit einer epischen Story, aus Hand von John Milius, welcher Co-Autor für Apocalypse Now gewesen ist. Ist Homefront nun episch oder doch eher Standardkost im Shootergenre?
Der Singleplayer
Hier wird eigentlich typische Genre-Standard-Kost geboten. Ballern, Ballern, Ballern, Schlauchlevel, Schlauchlevel, Schlauchlevel, eine kleine Railshootereinlage und fertig ist das Spielerlebniss im Singleplayer. Im Endeffekt sind die Shooter der letzten Jahre alle gleich spielbar. Augen zu und durch, könnte man fast meinen. Stimmt im Prinzip auch. Beim Singleplayer obliegt es also dem Entwicklerteam, eine gute Story und Atmosphäre in Szene zu setzen, um sich so vom Einheitsbrei zu unterscheiden.
KAOS gelingt dies nur bedingt. Die Charaktere bleiben seltsam blass, werden nicht näher beleuchtet. Schade eigentlich, hätte man damit doch unglaublich viel Atmosphäre schaffen können. Aber so bleiben die “Teammitglieder” mit denen man den Weg des Widerstands beschreitet nur müdes Beiwerk. Hier gibt es also keinen Unterschied zu anderen Vertretern des Genres.
Atmosphärisch schafft KAOS dann aber doch den Sprung nach oben. Selten haben wir so viele liebevoll gestaltete Level gesehen wie bei Homefront. Sicher, manch eine Textur mag nicht in die heutige Zeit passen und eine grafische Pracht im Stile von Killzone 3 wird auch nicht erreicht, ein großer Unterschied zum großen Überkonkurrenten Call of Duty besteht jedoch nicht. Aber man bemerkt überall die Liebe zum Detail. Hier muss dem Entwicklerteam defintiv ein gutes Händchen bescheinigt werden. Manch eine Szene erscheint auf dem ersten Blick gar episch, auf dem zweiten werden dann zwar ein paar unschöne Details sichtbar, aber diese vermögen den Gesamteindruck nicht zu schmälern.
Unschön jedoch sind die unsichtbaren Levelgrenzen, immer ertappt man sich dabei, sich Dinge näher betrachten zu wollen, um dann aber vor einer unsichtbaren Barriere gebremst zu werden. Natürliche Levelgrenzen können wesentlich besser integriert werden, hier muss KAOS für die Zukunft noch ein wenig lernen.
Ansonsten ballert man sich halt typisch durch Gegnerhorden – Entwicklung? Fehlanzeige. Gut, muss nicht unbedingt schlecht sein, wenn die Gegner-KI intelligent reagiert. Cryis oder F.E.A.R. hätten hier ein gutes Vorbild sein können. Doch einmal mehr orientiert man sich eher am Primus des Genres, Call of Duty. Beiden Titeln ist somit eine durchschnittliche KI gemein, die für wenig Überraschung sorgt. Auch die KI gesteuerten Mitstreiter verhalten sich bei beiden Titeln ähnlich. Sie können meistens nicht sterben, sind als Schießbudenfiguren zu gebrauchen und deren Treffsicherheit ist oft enttäuschend. Somit bleibt natürlich mehr Action für den Spieler. Aber ein gewisses Moorhuhn-Gefühl stellt sich stellenweise doch ein. Man kann die KI zwar als grundsolide bezeichnen, aber mehr auch nicht.
Ebenfalls entscheidend zur Atmosphäre eines Spiels trägt die Akustik bei. Hier muss Homefront leider zurückstecken. Es rummst zwar auch ordentlich im Headset oder aus den Boxen, aber von einer brachialen Gewalt eines Bad Company 2 ist es doch noch ein gutes Stück entfernt. Dafür passt die musikalische Untermalung sehr gut, sie wirkt nie aufdringlich, sondern unterstützt die gezeigten Szenen sehr gut. Die Waffen dafür hören sich alle zu schwachbrüstig und zu ähnlich an, im Gesamten zwar nicht schlecht, aber eben auch nicht wirklich herausragend. Die Synchronsprecher machen ihren Job dafür sehr gut. Zwar gibt es hier auch ein paar Schnitzer, wie zum Beispiel abgebrochene oder sich wiederholende Sätze, aber im Großen und Ganzen ist die deutsche Synchronisation sehr gelungen und wirkt stimmig.
Das Wichtigste an einem Spiel ist aber die Story. Und diese hebt sich überraschender Weise dann eben doch vom Rest ab. Man ist kein Übersoldat auf einem Testosterontripp. Im Gegenteil, man ist ein einfacher Pilot, der dem Widerstand mehr oder weniger unfreiwillig beitritt. Auch hier wird leider etwas Potential verschenkt, aber die Rolle des Piloten scheint nie übermächtig wichtig zu sein, man ist halt ein weiteres Rad im Kampf des Widerstands. Logisch, da das Spiel auf amerikanischem Boden spielt (ein verbündetes Korea hat Amerika auf eigenem Grund und Boden den Krieg erklärt), gibt es auch wieder einen gewissen Grad an amerikanischem Patriotismus, welcher sich aber erst am Ende der Kampange bemerkbar macht. Hier gibt es für uns Eurpoäer also nicht viele Kritikpunkte. Wie eingangs schon erwähnt, bleiben die Charaktere spürbar blass, schade eigentlich, vor allem weil das Spiel ansonsten mit harten und erschütternden Szenen aufwartet.
Exekutionen auf offener Straße, beobachtet vom Kind der Exekutierten, Massengräber, brennende Menschen, usw. passen, auch wenn sie hart dargestellt werden, sehr gut ins Spiel. Schade aber, dass Homefront im Singleplayer in guten vier Stunden zu Ende ist (ein zweiter Teil lässt grüßen!).
Während des Spielens hat aber so einge von uns ein unschöner Fehler durch das ganze Spiel begleitet. Bei bestimmten Rechnerkonfigurationen, vorzugsweise Rechner, die nicht gerade als schlecht zu bezeichnen sind, kommt es permanent zu Rucklern im Spiel, die den Gesamteindruck doch deutlich schmälern können.
Homefront stammt von den Machern von Frontlines: Fuel of War. An die Güte des inoffiziellen Vorgängers kann zumindest der Singleplayer nicht heranreichen. Zu viele unschöne Kleinigkeiten trüben das Bild. Kurze Spieldauer, eine durchschnittliche KI und vor allem die Ruckler drücken die Wertung nach unten. Von der Atmosphäre/Leveldesign hingegen könnte sich manch ein Entwickler die eine oder andere Scheibe abschneiden.
- Leveldesign
- ungewöhnliche Story
- gelungene Synchronisation
- Inszenierung der unschönen Gewalt
- unsichtbare Levelgrenzen
- durchschnittliche KI
- blasse Charaktere
- teils grafische Schwächen
- verschenkte Momente
- extremes Ruckeln
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| Grafik | |
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| Gesamtwertung | |
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Sehr gute und informative Bewertung!
Noch eine vom Multiplayer und ich wäre restlos glücklich…
Multiplayer kommt morgen irgendwann. Da wollen wir noch ein paar Eindrücke sammeln, bevor ein Test rausgehauen wird.
Klasse Test Anti
werde wohl erstmal bei BC2 bleiben
mal schauen wie der Multiplayer Test ausfällt…